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Kath. Pfarramt Maria Königin
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Katholische Kirchengemeinde Langenselbold

Kultur- und Pilgerfahrt nach Indien

25. Jan. - 10. Feb. 2018

Die von Pater Edward initiierte Reise nach Indien hat begonnen. Die 28 Personen umfassende Pilgergruppe startete am 25.01. in Frankfurt und machte sich direkt auf den Weg nach Kalkutta. Während der nächsten 16 Tage wird die Gruppe immer wieder von Ihren Erlebnissen berichten. Der weitere Verlauf wird sie u.a. nach Darjeeling, Delhi und Mumbai bringen. Von dort aus geht es dann wieder nach Hause.

1. Tag

Nach zwei Flügen und 12 Stunden erfolgte die Ankunft in Kolkata.
Mit Wasser und Blumenkränzen wurden wir von unserer Reiseleitung begrüßt und ins Hotel gefahren. Nach einer kurzen Pause führt uns der Weg an diesem Nationalfeiertag zum College St. Xavier's, wo der Cousin von Pater Edward Direktor ist. An dieser Schule für die besten des Landes, werden ca. 12.000 Schüler von 215 Lehrern und ca. 25 Patern betreut.
Mit süßem Kaffee und süßem und herzhaften Gebäck wurden wir herzlich begrüßt und durften eine Tasse als Andenken mitnehmen. 

Dann ging es weiter zum Gründungshaus von 1950 des Schaffens von Mutter Theresa. Im Rahmen ihrer Grabstätte durften wir einen besonderen Gottesdienst mit Pater Edward und seinem Cousin feiern und wurden anschließend von der deutschstämmigen Mutter Oberin Mary Prema Pierick empfangen, die uns einige Fragen beantwortete.Sie ist das Oberhaupt des Ordens mit mehr als 5150 Schwestern und 400 vor Ort.
Der Orden, der sich nur aus Spenden finanziert, kümmert sich in mehreren Häusern um kranke und verwaiste Kinder oder Frauen und Sterbende. Auf dem kurzen Fußweg zu einem dieser Häuser wird uns schnell die Arme Seite dieser Stadt bewusst, in der mehr als 18 Millionen Menschen leben.

Die bewundernswerte Arbeit der Schwestern und zahlreicher freiwilliger Helfer mit den meist schwer behinderten Kindern ging uns allen sehr nahe. Diese außergewöhnliche Arbeit kann nur mit viel Liebe und der Kraft Gottes verrichtet werden. Unseren höchsten Respekt.

Wir freuen uns auf weitere interessante Dinge in dieser engen Stadt der Gegensätze, die wir morgen bestaunen werden. 


Sandra und Rainer aus Marburg

 

2. Tag

Samstag, 27.01.2018 - Kultur in Kalkutta 

Kalkutta ist heute Industriestadt, Kulturzentrum mit Universitäten und wichtiger hinduistischer Wallfahrtsort. Reichtum und Armut kann man in vollen Kontrasten erleben. Wir besichtigten den Jain- Tempel, der heute noch genutzt wird. Wir beobachteten die Gläubigen bei ihrer Zeremonie, was uns sehr beeindruckt hat. Nach einer kurzen Pause besichtigten wir die St. Paul's-Kathedrale, die von den Engländern erbaut wurde. Weiter ging es zum Viktoria-Memorial in dessen Parkanlage eine prächtige Bronzestatue der Queen Viktoria steht. Vorletztes Ziel des Tages war der Ganges, wo wir Reste von angeschwemmten Opfergaben am Ufer sehen konnten. Wir konnten eine Zeremonie beobachten, bei der Götterbilder im Ganges versenkt werden, um das Leben des Götterbildes zu beenden. Es gibt zwei große Brücken über den Ganges; eine neugebaute Brücke und die alte Howrah-Brücke. An einer kleinen Imbissbude gab es extra für uns Ingwertee aus tönernen Einwegschalen. Auch fährt direkt am Gangesufer die historische Eisenbahn vorbei. Zum Abschluss besuchten wir die St.-John-Kirche. Zu unserer Freude spielte der anwesende Organist uns einige Musikstücke vor.  Der Tag endete sehr ereignisreich. 


Anja Matthes und Anne Thum-Kaiser aus Birstein

 

3. Tag

Heute hieß es Abschied nehmen von Kalkutta. Am Morgen brachte uns der Bus zum Flughafen. Wir waren in guter Stimmung und freuten uns auf die Tage in Darjeeling. Die IndiGo Airline startete um 10:50 Uhr. Wir überstanden so manche Turbulenzen und landeten 11 Uhr in Bagdogra.

Dort warteten 7 Jeeps auf uns mit freundlichen jungen Fahrern. Jetzt begann eine aufregende und abenteuerliche Fahrt hinauf nach Darjeeling. Die nächsten 4-5 Stunden ließen niemanden kalt. Sehr dichter Verkehr, eine schlechte Sicht und ein enormes Hupkonzert ließen uns trotz Müdigkeit hellwach bleiben. Unsere kompetenten Fahrer umfuhren jedes aufkommende Hindernis und wir fühlten uns in guten Fahrerhänden. 

Es war schon dunkel als wir unser Hotel "The Elgin" erreichten. Während unsere Koffer ins Haus gebracht wurden , wurden wir mit Leckereien am Kamin verwöhnt. Das tat uns allen gut. Ein festliches Dinner rundete den Tag ab.

Später, in unseren Zimmern erwartete uns der krönende Abschluss eines aufregenden Tages: In unseren Betten fanden wir eine mollig warme Wärmeflasche. Sie schenkte uns einen traumhaften Schlaf.


Ulla und Guenter Rupietta


 

4. Tag

Nach gutem Schlaf mit unterstützenden Getränken, Aufenthalt am Kaminfeuer und vor allem „Hot water bottles“ in den Betten starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück. Petrus meinte es gut mit uns: Herrlicher Sonnenschein, gute Fernsicht auf die fantastische Bergwelt und strahlend blauer Himmel – an den Temperaturen muss Petrus noch etwas arbeiten, es dürfte kurz über dem Gefrierpunkt sein. Aber jeder hat sich wohl in die wärmsten Sachen, die der Koffer hergab, gehüllt.


Unsere 6 Autos mit den geübten Fahrern warten schon und wir fahren den gestrigen Weg wieder bergab zurück bis Kurseong; verweilen kurz vor dem Ort noch in der schlichten, markant blaugestrichenen kleinen Kirche St. Pauls. Kurseong ist ein quirliger Ort, natürlich die Hauptstraße ohne Gehwege, eng, viel Autoverkehr, aber die kleinen, sehr voll gepackten Geschäfte bieten alles, was gebraucht wird. Wir versorgen uns mühelos mit Gebäck und Keksen aus kleinen Bäckereien und Getränken. Da fällt es auch weniger ins Gewicht, dass die Abfahrt eine gute Stunde später als geplant stattfindet, gegen 14.30.

Wir haben in der „Darjeeling Himalayan Railway“ einen 1. Klasse-Zug. Sie wurde 1881 in Betrieb genommen und ist ein Welt-Kulturerbe; außerdem hat sie mit Ghum den höchsten Bahnhof Asiens. Wir fahren – teilweise nur wenige Zentimeter von den Geschäften und Häusern entfernt – in Richtung Darjeeling. Wir starten in Kurseong auf einer Höhe von 4.864 ft, über Tung (5.656 ft), Sonada(6.552 ft), Ghum (7.467 ft) nach Darjeeling (6.812 ft). Leider hat es sehr zugezogen und wir haben kaum noch Sicht, zudem ist es sehr viel kälter geworden. Wir sind froh, dass uns die Autos wieder ins warme Hotel bringen – das dauernde Getute unseres Bähnchens wird uns sicher in unsere Träume begleiten.


 

5. Tag

Heute werden wir um 3.45 Uhr geweckt. 4.30 Uhr Abfahrt zum Tiger-Hill (2.600 m). Hier wollen wir den Sonnenaufgang im Himalaya erleben. Die Sterne funkeln vom Himmel, es ist recht kalt. Nach kurzem Fußweg, mit Taschenlampe, suchen wir uns einen guten Platz. Als es langsam hell wird sieht man die ersten Bergspitzen. Als sich endlich die Sonne zeigt, geht ein Aufschrei durch die Menge. Der Kanchenjunga (8.586 m), der drittgrößte Berg der Welt wird von der Sonne angestrahlt. Was haben wir heute für ein Glück, ein tolles Erlebnis. Mittlerweile ist uns allen recht kalt geworden und wir steigen schnell in unsere Jeeps ein.
Durch enge kurvige Straßen fahren wir zum Kloster Ghoom. Es ist eines der ältesten Buddhistenklöster Indiens und gehört zum Orden des Dalay Lama. 
Jetzt aber schnell ins Hotel zurück und ausgiebig frühstücken. Alle haben großen Hunger. 11.30 Uhr fahren wir zur Teeplantage. Wieder eine abenteuerliche Strecke, aber unsere super Fahrer schaffen das. Wir lernen viel über die Herstellung von weißem, grünem und schwarzem Tee. Wir dürfen probieren und kaufen.
Nun geht es weiter zum Himalayazoo und Museum. Wir sehen Schwarzbär, Bengalischen Tiger, Schneeleopard, Himalayawolf und vieles mehr. Das Museum gibt uns einen Überblick über die gesamte Bergsteigergeschichte.
Im Kaminzimmer genießen wir die Teatime und haben dann noch Lust auf einen ausgiebigen Basarbesuch. 
Das ist ein schöner Tag.

 

6. Tag

Fahrt mit den Jeeps von Darjeeling nach Bagdogra. Wir fahren über sehr kurvige Straßen bergab durch wunderschöne Landschaften und Teeanbaugebiete. Der Flieger nach Delhi startet um 12:35 Uhr - 15:00 Uhr Ankunft in Delhi. Mit einem bequemen Reisebus geht es direkt zum Präsidentenpalast. Delhi ist die Hauptstadt Indiens mit ca. 17 Mio. Einwohnern, ist ein Stadtstaat und zweitgrößte Stadt Indiens. Es gibt eine S- und U-Bahn. Die U-Bahn ist auch sicher für Frauen. Die ersten beiden Waggons sind nur für Frauen reserviert. Vorbei an ausländischen Botschaften, Affen, gepflegten Gartenanlagen, Kolonialhäusern, dem Parlament, Wissenschaftshalle und am Wahrzeichen Indiens, dem Indiangate. Am Indiangate machen wir eine Pause. Die Straßenhändler versuchen uns Ihre Waren zu verkaufen - Armbänder und Plastikhubschrauber. Heute ist ein schöner Tag, wie unser Reiseleiter Jatin immer sagt und heute feiern wir noch den Geburtstag von Sandra und Reiner. 

 

Edith und Maria aus Marburg   

 

7. Tag

Heute war der Tag der Religionen. Zunächst besuchten wir die Freitagsmoschee. Sie wurde unter Schah Jahan im 17. Jahrhundert erbaut und gilt als die größte Moschee Indiens. Sie fasst inkl. des Hofs 25 000 Menschen. Sie besteht, wie viele andere Bauten, aus rotem Sandstein. Der Baustil repräsentiert den sogenannten Mogulbaustil. Im Inneren ist diese Moschee nicht so reichhaltig ausgestattet wie andere große Bauwerke aus der Mogulzeit. 

 

Unsere nächste Station war das Mahadma Gandhi Memorial. Es wurde an der Stelle errichtet an der Gandhis Leichnam eingeäschert wurde. Gemäß der Hindutradition wurde seine Asche dem Ganges übergeben. Nur ca. ein Prozent der Asche befindet sich am Memorial.

Die Gedenkstätte selber befindet sich in einem wunderschönen Park.

 

Nächste Station war der Akshardam Tempel. Dieser Tempel ist einer der größten Hindutempel. Dieser Tempel ist bekannt für seine im altindischen  Stil ausgeführten Reliefs. Erbaut wurde der Tempel innerhalb von 5 Jahren, von 2000-2005. Verehrt wird in diesem Tempel der Guru Swaminarayan, der als eine Inkarnation des Gottes Vishnu gilt.

 

Danach besuchten wir einen großen Sikhtempel. Die Sikhs sind eine Glaubensgemeinschaft, die sich schon vor mehreren hundert Jahren vom Hinduismus abgespalten hat. Das heilige Buch der Sikhs basiert auf den Weisheiten von 10 Gurus. Nach dem Glauben der Sikhs wird es auch keine weiteren Gurus geben. Bestimmend für die Sikhs sind folgende fünf Grundsätze: 

  • Haare und Bart werden nicht geschnitten müssen aber gepflegt werden. Das Tragen eines Turbans ist Pflicht.
  • jeder Sikh trägt einen Kamm mit sich
  • jeder Sikh trägt einen Dolch oder Schwert
  • jeder Sikh trägt einen Armreifen
  • jeder Sikh trägt eine Unterhose bis zum Knie.

Ein weiteres Kennzeichen der Sikhreligion ist das Geben. 

Deshalb hat dieser Tempelkomplex eine Großküche, die 10.000 Menschen mit Essen versorgen kann. Die Mahlzeiten sind kostenlos.

 

An unserer nächsten Station der Sacred Heart Church durften wir einer Hochzeit beiwohnen.

Den Lotustempel konnten wir leider nur aus der Entfernung bestaunen.

 

An unserem letzten Stop, der St. Thomas Church, wurden wir mit Tee, Sandwiches und Gebäck begrüßt. Anschließend feierten wir gemeinsam mit der tamilischen Gemeinde und Dr. Josef und Pater Edwards Cousin einen Festgottesdienst in tamilisch und deutsch zu Maria Lichtmess mit anschließendem Blasiussegen, den wir alle gut gebrauchen konnten. 

 

Horst Kowalewski 

 

8. Tag

Heute werden wir wie jeden Morgen von Jatin im Bus mit den Worten "Heute ist ein schöner Tag" begrüßt. Wir begeben uns auf die Spuren der Mogulherrscher. Ihre Herrschaft dauerte ca. von 1500 bis 1739. Nachdem wir einige Hochhaussiedlungen an Delhis Stadtrand passiert haben, fahren wir durch ländliches Gebiet auf einer in Teilen neu gebauten Autobahn Richtung Agra. Gegen Mittag erreichen wir das Rote Fort.

Diese Befestigungsanlage wurde 1556 von dem 3. Mogulherrscher Agba begonnen und nach ca. 100 Jahren von dem 5. Mogulherrscher fertiggestellt. 1666 starb der 5.Mogulkaiser nach 7 jähriger Gefangenschaft durch seinen Sohn. Die Anlage liegt am Flussufer der Jamuna im Osten des Zentrums. Nur ein Teil kann von Touristen besichtigt werden, der andere Teil steht dem Militär zur Verfügung. Durch ein Fenster erblickt man auf der anderen Flussseite das Taj Mahal - ein zu Ehren der Lieblingsfrau des 5. Kaisers errichtetes Grabmal. Sie starb mit 37 Jahren bei der Geburt des 14. Kindes.

 

Nach einer kurzen Mittagspause bei Suppe und Naan besuchen wir eine Präsentation verschiedener Paschmina Schals. In einem anderen Geschäft besteht die Möglichkeit u.a. Gewürze und Tee zu kaufen.

Nach einer Erholungspause und dem Genuss eines reichhaltigen Büfetts im Hotel bildet ein Theaterbesuch den Abschluss eines abwechslungsreichen Tages. In prunkvollen Kostümen und mit großem schauspielerischen Können wird die Geschichte des Taj Mahal dargestellt. Dies stimmt uns mit einer gewissen Vorfreude auf den nächsten Tag mit dem Besuch des Taj Mahals.

 

Gertrud und Bettina

 

9. Tag

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es mit dem Bus zum Weltkulturerbe Taj Mahal in Agra. Anlass zum Bau des Taj Mahal war der plötzliche Tod vom Mumatz Mahal, die Lieblingsfrau des 5.Mogul Kaisers. Die herausragende Architektur und die vielen prächtigen Einlegearbeiten aus Achat, Karneol uns Lapislazuli zeigen überwiegend Pflanzen Motive und sind einmalig. Nach einigen Sicherheitskontrollen konnten wir uns selber von der Einmaligkeit dieses imposanten Grabmals und der weitläufigen, gepflegten Gartenanlage überzeugen. Die Baukunst und Schönheit der gesamten Anlage suchen ihresgleichen, was bedeutete, dass eifrig unsere Fotoapparate und Handys gezückt wurden.

 

Am Bus wieder angekommen, setzten wir unsere Reise von Agra nach Jaipur fort. Natürlich nicht ohne Zwischenstopp bzw. Mittagspause. Abseits der Straße genossen wir in sonniger Gartenanlage einen kleinen köstlichen Mittagssnack, um anschließend gestärkt unsere Fahrt fortzusetzen. Der nächste Stopp in dem lebendigen Dorf Abhaneri im Landesinneren zeigte uns indische Kultur verbunden mit alltäglicher Lebensweise und Handwerkskunst. Wir begannen den Rundgang mit dem Mond-Stufen-Brunnen. Die Entstehung war bereits im 800 Jahrhundert, die Bauzeit betrug ca. 20 Jahren und er war noch bis vor ca. 100 Jahren in Betrieb. Seine Ausmaße: 35 m lang, 35 breit und 19,5 tief, bedeutet 13 Etagen mit 3500 Stufen. Es stellte eine Erleichterung für die Frauen dar, die gleichzeitig hinabsteigen konnten um in Tonschalen das Wasser auf den Kopf hinaufzutragen. 

 

Als nächstes besuchten wir einen Töpfer der uns in vergangene Zeiten versetzte. Mit einfachsten Mittel töpfert er Gegenstände des täglichen Gebrauchs und Wasser-Tonkrüge. Sehr beeindruckt hat uns seine Wasserpfeife rauchende Frau….

Als weitere Handwerkskunst erlebten wir die Herstellung eines Armreifes aus Kautschuk, dem uns bekannten Gummibaum. Die kunstvollen, vielfältigen und farbenfrohen Schmuckstücke weckten großes Kaufinteresse bei den Damen! Nach dem wiederholten Besuch einer Toilettenanlage setzten wir unsere Busfahrt nach Jaipur fort, die uns vielseitige Einblicke in Kleinstädte und Dörfer gab. Nach einem sehr abwechslungsreichen Tag sind wir gut in der 4,5  Millionenstadt angekommen. Jetzt hieß es wieder Einchecken, Zimmer verteilen und das köstliche Abendessen genießen!

 

Karin und Patricia

 

10. Tag

Um 8 Uhr war die Abfahrt geplant. Obwohl es Sonntag ist, ist der Verkehr schon recht heftig. Jaipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan und hat 2,5 Mio. Einwohner. Die Stadt ist auch als Pink City bekannt. Diesen Namen verdankt Jaipur einer Verordnung aus dem 19. Jahrhundert aus Anlass des Besuchs des Prince of Wales, dem späteren König Edward VII. Alle Häuser waren einheitlich rosa anzustreichen. Diese Verordnung hat auch heute noch Gültigkeit.

Zunächst gab es einen Fotostop am Palast der Winde. Es handelt sich hierbei lediglich um eine 5 Stockwerke hohe von 953 Fenstern durchbrochene Fassade. Die Haremsdamen konnten von dort alles beobachten, aber von draußen konnte man die Damen nicht sehen. Dann fuhren wir weiter zur Festung Amber. Amber war bis 1727 die Hauptstadt Rajasthans. Auf Elefanten wurden wir zur Festung, die von einer 13,5 km langen Stützmauer umgeben ist, hinaufgebracht. Die Führung durch die verschiedenen Teile der Festung übernahm Jatin in der gewohnten qualifizierten Schilderung. Mit Jeeps ging es zurück zum Bus, nicht ohne dass uns Straßenhändler alles Mögliche verkaufen wollten. Auf der Rückfahrt gab es noch einen Fotostop am Sommerpalast, der mitten in einem See liegt. 

 

Da es nun Mittagszeit war, gab es im Bus wieder Mandarinen und Bananen zur Stärkung.

Nun besuchten wir eine Steinschleiferei. Wir wurden über die Bearbeitung von Edelsteinen und Halbedelsteinen informiert und es gab die Möglichkeit Schmuck zu kaufen.

Mit dem Bus ging es weiter zum Observatorium, erbaut 1728. Es befindet sich dort die größte Sonnenuhr, die noch heute einwandfrei und exakt funktioniert.

Danach gab es noch eine Rikschafahrt durch Basargassen. Eine anstrengende Tour für uns, da Autos und Tuctucs ganz nahe an uns vorbeifuhren.

Anschließend besuchten wir noch eine Kooperative, wo Teppiche, Schals und Blusen angeboten wurden. Conny kaufte einen Teppich. 

Auf der Fahrt zum Hotel verabschiedeten wir Jatin. Er begleitete uns seit der Ankunft in Kalkutta und hat uns die Liebe zu seiner Heimat mit viel Hintergrundwissen, Humor, Geduld und Umsicht vermittelt.

Die Krönung des Tages war das gute indische Essen.

 

Ingeborg und Bettina 

 

11. Tag

Auch heute ist ein schöner Tag, obwohl Jatin gestern Abend unsere Gruppe verlassen hat. Bis jetzt hatte er uns "rund um die Uhr" betreut. Deshalb gönnen wir ihm ein paar Tage im Kreise seiner Familie. 

Für uns war heute Flugtag und wir durften ein wenig länger schlafen. Um 09.30 Uhr flogen wir von Jaipur über Delhi nach Goa, wo wir unser Hotel, das Dona Sylvia, ein NOVOTEL, gegen 20.00 Uhr erreichten.

Trotz der etwas längeren Wartezeit in Delhi wurde es nicht langweilig. Einige Teilnehmer interessierten sich für die kleinen Geschäfte in der Abflughalle, andere hielten Smalltalk oder gingen rückblickend einfach ihren Gedanken nach. Plötzlich ging ein Strahlen über die Gesichter. Pater Edward hatte über einen seiner Cousins Sandwiches und O-Saft organisiert.

Wie immer, waren auch diese beiden Flüge ohne Probleme.

Schon auf dem Airport wurde uns richtig warm. 

Bevor wir dann abends in unserem Hotel ankamen, desinfizierten wir unsere Mägen mit der bekannten "Zaubermedizin" und ließen den Tag nach dem Abendessen gut gelaunt ausklingen.

 

Kathi und Peter

12. Tag

Heute ist ein schöner Tag. Diesen beginnen wir mit einem Ständchen für unser Geburtstagskind Bettina Maria. Wir sind seit gestern in dem kleinsten Bundesland Indiens, in Goa. 

Diese Region war 450 Jahre lang (von 1510 - 1961) portugiesische Kolonie und weist daher eine besondere kulturelle Prägung und einen höheren katholischen Bevölkerungsanteil auf. 

Unser heutiger Tagesausflug führt uns zu einem Hindutempel. Während der weiteren Fahrt bewundern wir das saftige Grün der Natur und die rote Erde, die einen hohen Anteil an Erz nachweist. Wir reisen von dem südlichen in den nördlichen Teil und überqueren dabei den Fluss Suari, der eine imaginäre Grenze zwischen den beiden Bereichen Goas ist. Wir kommen in Alt-Goa an und besichtigen die Kathedrale zu Ehren der heiligen Katharina von Alexandria. Sie wurde zwischen 1562 und 1651 erbaut und zum ersten Bischofssitz in Asien erklärt. Hier feiern wir gemeinsam mit Pater Edward die heilige Messe. Gegenüber der Kathedrale steht die "Basilika do Bom Jesus" - Basilika des guten Jesus-, die wir auch besichtigen. Dieser Ort ist sehr wichtig für viele Christen, besonders in Asien, weil hier der Reliquienschrein des heiligen Franz Xafer aufgebahrt ist. Alle 10 Jahre findet eine Prozession statt, bei der der gläserne Schrein zur Kathedrale getragen wird. In den folgenden 25 Tagen kommen bis zu 5 Millionen Pilger, die vor dem Heiligen beten bzw. ihn verehren. 

 

Von hier geht unsere Reise in die Hauptstadt Goas, Panaji, von den Briten Pajim genannt. Wir machen einen Spaziergang durch die Altstadt, wo sich zahlreiche Gebäude im portugiesischen Kolonialstil befinden. Uns allen fällt die Ruhe und der wenige Straßenverkehr auf. 

Den heutigen Ausflug beenden wir mit einem Besuch der Markthalle. Alle unsere Sinne werden hier angesprochen - der Duft des Stockfisches, die wunderschönen Farben und Formen der bekannten und unbekannten Obst- und Gemüsesorten, sowie der erfrischende Geschmack der Kokosnuss. 

Was für ein schöner Tag. 

Wir fahren zurück ins Hotel und verbringen die restliche Zeit am Strand. 

Am Abend wartet noch eine kleine Überraschung auf uns Frauen. Die Nichte von Pater Edward malt mit Henna wunderschöne Muster auf unsere Handrücken.

 

Kornelia und Grazyna

 

13. Tag

Ausschlafen war angesagt am heutigen Tag - völlig ungewöhnlich! Wir hatten Freizeit, die von allen ähnlich genutzt wurde. Gestärkt vom guten Frühstück gingen die meisten auf Shoppingtour. Alle am Weg liegenden Geschäfte wurden abgeklappert nach Schnäppchen. Es wurde anprobiert, hartnäckig um den Preis gefeilscht und letztendlich glühten die Scheckkarten oder Rupien und Euros wurden über den Ladentisch geschoben. Wir wussten alle, dass wir unser Limit an Gepäck für den nächsten Inlandsflug mit all den Mitbringseln garantiert überschritten hatten. Egal!

Am Nachmittag gönnten sich die meisten eine "Faulenzer-Einheit" am Strand oder Pool, einige badeten, schmissen sich in die Wellen, andere unternahmen einen langen Strandspaziergang oder gönnten sich eine Handlung im Spa.  Ausgerechnet an diesem Tag ließ sich die Sonne nicht sehen - aber positiv gedacht hatte auch niemand mit einem Sonnenbrand zu kämpfen.

Zum abendlichen Buffet wurden die neuen Kleidungsstücke ausgeführt und bewundert. Mit einem kleinen Umtrunk an der Bar und der Verabschiedung von Pater Edwards Angehörigen endete wieder ein sehr schöner Tag.    

 

Ute

 

14. Tag

Am Nachmittag sind wir mit dem Flugzeug in Mumbai angekommen und haben sofort eine Stadtrundfahrt gemacht, die uns die Kontraste dieser Stadt zeigte. Früher war der Name dieser Stadt Bombay - schöne Bucht. Arm und reich liegen hier direkt beieinander. Dreizehn Millionen Einwohner leben hier offiziell und drei Millionen Menschen pendeln täglich aus den Vororten. Es ist die Finanzhauptstadt Indiens, in der es viele Millionäre gibt. 

 

Wir waren beeindruckt von der Sauberkeit der Straßen und der gepflegten Grünanlagen und Parks. In unseren Bus stieg eine indische Reiseleiterin mit guten Deutschkenntnissen, die uns während einer zweistündigen Stadtrundfahrt die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zeigte und erklärte. Wir sind über eine gigantische 6 km lange Brücke gefahren. Sie führt über das arabische Meer und ist auf Betonpfeilern gebaut. Wir bestaunten den größten Bahnhof der Stadt, den Victoria Terminus Kopfbahnhof. Er wurde 1853 von den Engländern gebaut. Heutzutage pendeln hier mehrere Millionen Menschen.

 

Der Strand Chowpatty Beach, ist kein Badeplatz, sondern ein Erholungs- und Festgelände für Tausende. Auf der weiteren Fahrt bestaunten wir ein modernes Privatkrankenhaus, einen riesigen Kricketplatz und eine berühmte Pferderennbahn. Unser besonderes Interesse galt einer riesigen Wäscherei im Freien. Sie besteht seit 120 Jahren und wird nur von Männern betrieben. Dazu gehört auch ein Hol- und Bringservice, sodass insgesamt ca. 2.500 Menschen Beschäftigung finden. 

 

Unser Busfahrer fuhr uns sicher und kompetent durch den Verkehr der Rush-Hour. Die Nebenstraße zu unserem Hotel konnte wegen des dichten Verkehrs nicht befahren werden. Unter Einsatz unseres Lebens mussten wir unser Gepäck selbst zum Hotel rollen. Und alle erreichten das Hotel gut und lebend. 

 

Nach dem Abendessen versammelten wir uns in gemütlicher Runde am Pool und feierten ausgelassen Kathis Geburtstag. Das war wieder ein sehr schöner Tag.

 

Beate

 

15. Tag

[Mumbai] Es ist der letzte Tag unserer Indienreise. Ein kurzer Weg vom Hotel zur Abfahrt mit dem Schiff zur Elefanten Insel. Bevor wir das Schiff besteigen wird fleißig fotografiert: Gate Way und das berühmte Taj Hotel - erbaut 1903. Bei einem schweren Anschlag im Jahre 2008 wurde das Hotel erheblich beschädigt. Gleich nachdem alle auf dem Schiff waren ging die Abfahrt los. Die Überfahrt zur Insel Elefanta dauerte etwa eine Stunde. Den Namen hat die Insel durch eine Portugiesin, die im 16. Jahrhundert dort einen riesigen Stein entdeckt hatte, der die Form eines Elefanten hatte. Der Stein befindet sich im Museum in Mumbai. Die Insel ist 7 km lang und hat 1.200 Einwohner, die heute von den Touristen, früher von der Landwirtschaft lebten.

Auf der Insel gibt es eine riesige Höhle aus Granit in der Darstellungen von Shiva und anderen Göttern - in übermenschlicher Größe, in verschiedenen Situationen - zu sehen war. Die Höhle gehört zum Weltkulturerbe. 

Auf dem Rückweg wurde noch eifrig geshoppt - letzte Möglichkeit!

Bei der Rückfahrt mit dem Schiff trafen wir Studenten und Studentinnen der Geologie, die aus Kerala stammten. 

Der Bus wartete schon in der Nähe der Anlegestelle und brachte uns in einer "indischen" Stunde bei viel Verkehr zum Hotel in der Nähe des Flughafens zum Mittagessen. Es hat ausgezeichnet geschmeckt. 

Nun war die Möglichkeit uns umzuziehen - in Winterkleidung für Deutschland. In Mumbai waren es 29 Grad und in Deutschland sollen uns Minusgrade erwarten! 

"Heute war ein schöner Tag" nach Jaitin - unserem Super-Reiseleiter von Kalkutta bis Jaipur. 

Um 18.30 h holte uns der Bus zum Flughafen-Transfer ab. 

Jetzt sitzen wir im Flugzeug Richtung Dubai - das Essen wird serviert und wir verabschieden uns bis zum Wiedersehen in Langenselbold.

 

Ingeborg Engels

 

Blick in die Aktivitäten

  • Erntedank-Gottesdienst am 01.10.2017

    Erntedank-Gottesdienst am 01.10.2017

    Zum diesjährigen Erntedank-Gottesdienst erstrahlte unsere Kirche mit einem bunten und reich geschmückten Altar. So zeigten Kürbis, Weintrauben, Kohl, Zwiebeln und viele andere Gaben die Vielfalt der Schöpfung. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Schola sowie Gitarren-, Geigen- und Klaviermusik.

  • „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ – 20 Jahre KITA Don Bosco

    „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ – 20 Jahre KITA Don Bosco

    Bei grauem Himmel begann der Wortgottesdienst zum 20-Jährigen Jubiläum der Kindertagesstätte Don Bosco. Während Pater Edward zu Beginn kritisch in den Himmel schaute, winkte Frau Susemichel zuversichtlich ab. Der kräftige Gesang des "Kinderchor Don Bosco" und die Begleitmusik - gespielt von ehemaligen Kindergarten-Kindern - vertrieben dann auch die Wolken. Und so strahlte gegen Ende des Gottesdienstes, beim „Vater Unser“, die Sonne durch die Wolken.